Wie Muttersein meine eigenen kindlichen Prägungen sichtbar gemacht hat

Ich wusste, dass ich eine Geschichte habe.
Wie jeder Mensch.
Aber ich dachte, sie sei verarbeitet.

Muttersein hat mir gezeigt, wie naiv dieser Gedanke war.


Mein Kind hat nichts Neues ausgelöst – es hat sichtbar gemacht, was da war

Es waren nicht die großen Momente.
Es waren die kleinen:

  • ein Weinen, das mich nervös machte
  • ein Trotz, der mich innerlich erstarren ließ
  • Nähe, die sich plötzlich zu eng anfühlte
  • Bedürfnisse, die ich nicht einordnen konnte

Nicht, weil mein Kind „schwierig“ war.
Sondern weil mein Körper sich erinnerte.


Ich reagierte, bevor ich wusste warum

Es gab Situationen, in denen ich mich selbst nicht erkannte.
Meine Stimme wurde anders.
Mein Körper hart oder leer.
Mein Herz schneller.

Ich war nicht im Jetzt.
Ich war in mir – als Kind.

Das war erschreckend.
Und gleichzeitig ehrlich.


Muttersein ist ein Spiegel ohne Filter

Mein Kind hat nichts erklärt.
Es hat einfach da gestanden.

Und mein System hat geantwortet, bevor mein Verstand eingreifen konnte.

Ich habe verstanden:
Prägungen sitzen nicht im Denken.
Sie sitzen im Körper.


Der schwerste Schritt war nicht das Erkennen

Der schwerste Schritt war, mich nicht zu verurteilen.
Nicht die alte Geschichte zu bekämpfen.
Nicht besser sein zu wollen.

Sondern dazubleiben.
Zu spüren, was sich zeigt.
Und meinem Körper zu sagen: Du bist jetzt sicher.


Was sich dadurch verändert hat

Ich bin langsamer geworden.
Weicher.
Und gleichzeitig klarer.

Ich reagiere weniger aus Vergangenheit.
Und mehr aus Beziehung.

Nicht perfekt.
Aber präsent.


Ein Satz, der mich trägt

Ich heile meine Kindheit nicht für mein Kind.
Ich heile sie, weil sie gesehen werden wollte.

Und mein Kind war mutig genug, mir diesen Spiegel zu schenken.

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